Mittwoch, 21. Oktober 2009

reeperbahn auf 10cm


zunächst schien es mir so, als wär ich in eine Lichtsuppe gefallen. Vegas in klein und hässlich dazu eisige Oktoberkälte, die einen seinen eigenen Atem wie Zigarettenrauch erscheinen ließ. Mit amüsanter Miene geht man an den Stripclubs vorbei und verharrt kurz an Schaufenstern, die Dildos und Kondome in allen erdenklichen Formen und Farben zeigen und lässt einen dummen Spruch dazu oder grinst in stiller Belustigung über die Situation nachts die Reeperbahn entlangzuschlendern, als wäre man in der Bahnhofstraße ein neues Paar Schuhe shoppen. So bunt und lebhaft die Lichter einen überreizen ist es auch der Strom aus Menschen, der einen verschlingt. Touristen, Einwohner, Nutten, Punks und besoffene, alte Verheiratete, die alle dieses gewisse glückselige Dauerächeln tragen. Alle wirken auf ihre Weise als Bedrohung und man versucht nichts und niemanden anzurämpeln.

[Unsichtbar will man sein.]

Ein Parkur durch Reizüberflutung und Vergnügungsangeboten. Mir wurde auf jeden Fall klar, dass es der Dresscode ist, der diese Straßen beherrscht. Wer diese Szenerie als hamburger Sehenwürdigkeit über sich ergehen lassen will, trägt Jeans, Winterjacke und flaches Schuhwerk. Kritisch wird es dann in der Party rush hour um 2 Uhr morgens, wenn die Jeans zum kurzen Schwarzen wird und das flache Schuhwerk 10cm Ab
tze hat. Da heißt es sich sein Trenchcoat fester umzumachen, die Arme zu verschränken und niemanden ins Gesicht zu blicken. Obskur daran ist, dass man daheim auf dem Weg zum Club ohne Trenchcoat durch die Straßen stolziert mit der Absicht, sich der Öffentlichkeit zu präsentieren. Da zeigt man gern Dekolté und Bein und Hals und igniriert Pfiffe wohlwollend. Allerdings nicht in Hamburg. Pfiffe werden ignoriert, weil sie bedrohlich wirken und der Kopf wird hinter dem hochgestellten Kragen versenkt.

Donnerstag, 8. Oktober 2009

träum weiter..

wir befinden uns im schwimmad unsere bahnen ziehend. Das vertraute vorbeiströhmen des Wassers an der Siluette, das ein- und ausatmen, immer schwerer und tiefer. Die letzen 100 Meter, vier Bahnen, zwei mal zwei Bahnen, ein Witz von Strecke und doch eine Quahl die Arme sauber nach vorn zu reißen und eine größere sie durchzuziehen, die Nase kurz aus dem Wasser gerekt für einen Luftzug, auf den man so sehr angewiesen ist, nach dem man sich alle drei Armzüge so sehr sehnt. Beine nicht vergessen. Vier Beinschläge auf einen Armzug und nicht anders. Immer weiter und weiter. Und jetzt die letze Bahn. Ziehe ich durch? Bremse ich aus? Wo sind die Beine? Beine, Beine, Beine! Rollwende, drehen und abstoßen.


Gleiten.

Der Moment der Schwebe, die Nullebene, die extreme slow motion Verzögerung. Wer zögert hat verloren, schießt es durch den Kopf. Durchziehen! 25 Meter Taubheit, Atemstillstand, Bewegung, Kontrollverlust, Ohnmacht. Die Hand erreicht den Beckenrand und wir sind angekommen und als wäre der Körper dem Geist vorgeschwommen dauert es kurz, bis uns bewusst ist, dass wir da sind, dass wir erschöpft sind, dass wir um Atem ringen und die Luft zurückholen, die uns lange verwehrt blieb, als wäre sie die größte Belohnung, die wir kriegen können. Wir sind angekommen.

Samstag, 3. Oktober 2009

szene putzen?!

wenn man nicht mehr jedes Wochenende auf Achse ist und der Freitagabend kein Anlass mehr für Aufbrezelstress und Outfitkrisen ist, schlägt das Clubberherz umso höher, wenn es danndoch einmal wieder soweit ist, in die Nacht auszuschwärmen und sich auf verrauchten Dancefloors im Sound zu verlieren.. wir lieben die Nacht, wir lieben die Musik, wir lieben den Exzess. Und das ist ihre Liebeserklärung an den Freitagabend:


So müde zu sein, dass man sogar bei dem überaus spannenden Unterschichten-Tv nachmittags einschläft, ist nicht gerade die optimalste Voraussetzung für einen exzessiven Abend in einem der angesagtesten Clubs der Stadt. Elephant. Oder je nach Belieben auch in dem Club, der vor Unterschichten-TV-Darsteller-ähnlichen Mitbürgern nur so strotzt. Cafe Europa. Wie dem auch sei, auf einen der beiden wird die Wahl heute fallen. Vorher sind Vorbereitungen nach strengsten Vorgaben zu treffen: Wie ist der Magen zu füllen, ohne dass er sich ein paar Stunden später unter Einfluss bewusstseinserweiternder Mittelchen wieder entleert. Welche Substanzen sind ihm hinzuzufügen? Welche äußerlichen Gestaltungsmittel werden ihn kaschieren/dekorieren? Welche Chavettes werden wohl heute für Unterhaltung sorgen? All dies fällt unter den Oberbegriff Szene putzen. Doch wenn die Laufmaschen an den Strumpfhosen nicht mehr zu zählen sind, und das laufen eh schon schwer fällt, wenn die Augen schwer werden, zu fallen, dann ists Zeit, zurückzukehren. Im sanften Schein der Morgensonne barfuss, in der rechten Hand den letzten Drink oder auch unterm rechten Arm die Freundin, in der linken die Stöckelschuhe, die dann doch zu hoch, zu unbequem, waren, nach Hause tapsend. Abschminken. Ausziehen. Nebeneinander ins Bett fallen. Und auf ins Land der Träume.
By Kameradin P.

Freitag, 4. September 2009

kleiner seitenhieb.


liebes Tagebuch. Heute habe ich angefangen meinen Kopf zu essen. Einer von so vielen Sprüchen, die versuchen ihren dramatischen Inhalt in ein Gedönz von Sinnlosigkeit zu formen, ähnlich, wie Miss 44 versucht ihre wohlgeformten Schenkel in eine 36 zu formen und solange vor dem Spiegel posiert, bis sich der Anblick des überdimensionalen Rettungsrings schließlich zum "Hauptargument" ihrer "Weiblichkeit" formt. Da wird gedreht und gewendet, gezogen und gedehnt, bis das Ego das Licht am Ende des Hosenbeins erblickt. Ausgeredet und eingeredet, bis man selber Schluss gemacht hat und nicht die Ex. Gestöhnt und gehalten, bis der andere kommt. Gehustet und geprustet, damit der Zug auf Lunge war. In eigener Regie versucht man der Welt seine Unabhängigkeit jeglicher Dinge zu demonstrieren. Dabei ist es genau das eigene Ego dessen ewiger Sklave man ist, weil man wieder und wieder versucht sich darüber zu stellen und wieder und wieder auf den Boden der Tatsachen gerissen wird, wenn man kläglich daran scheitert. Als würde Mr. Independent beim Abflug vergessen haben, dass er noch sein riesen Ego auf dem capesaum stehen hat und unlustig auf seine perfekte Mr. Independent Nase fällt. Wer sich dann am Ende ins Fäustchen lacht, ist wohl klar. Da hilft auch kein Laserblick, keine 36, kein Stöhnen, kein Husten und Prusten. 44 bleibt 44, Brautkleid bleibt Brautkleid und Blaukaraut bleibt Blaukraut.

Mittwoch, 2. September 2009

King Cock

und wieder einemal ziehe ich den Hut der Huldigung vor 1live und seinen Soundstories und nicht zuletzt vor Jörg Buttgereit, der das gute Stück schrieb, indem es auch um ein gutes Stück geht. "Sexmonster" erzählt die total abgedrehte und vor Klischees triefende Story zweier pubertierenden Jungen im Alter von 16 Jahren, die das Reich unterhalb der Gürtellinie, innerhalb des Schlafzimmers und innerhalb anderer Orte für sich entdecken. Mehr oder weniger jedenfalls. Dick, der seinem Namen wirklich gerecht wird, hat einen übernatürlich großen Penis und schläft sich durch die ganze Schule, während Adam (ebenfalls passend benannt!), als schüchterner Sohn eines streng gläubigen Vaters nur weinerlich hinterhertrottet. Als Dick mir nichts dir nichts an einem seltenen Virus verstirbt, packt Adam der Unternehmungsgeist und er lässt sich Dick's.. nun ja dick von dem größenwahnsinnigen Dr. Cockburn transplantieren. Ja, liebe Leute. Eine Penistransplantation. Die OP ist erfolgreich und Adam mutiert zum bösartigen Mädchenabschlepper. Und glaubt bloß nicht, die Freakshow hätte ihren Höhepunkt erreicht! Ooooh nein, denn am Ende ergibt sich die King Kong-Abklatschszene, wie Adam hosenlos mit einer kreischenden Jungfer auf irgendeinem Hochhaus herumturnt. Beim Hören dieser Stelle kam mir zwangsartig "King Cock" in den Sinn. Göttlich.
Und die Moral von der Geschicht? Eier hat man, oder nicht? Geschmacklos. Dennoch erlangen Klischeeliebhaber, die auf das ultimative Egodrama stehen vollste Befriedigung, auch wenn diese Standart-from-zero-to-hero Handlung weniger Standart ist und der hero letztendlich einfach nur schräg ist. Groß ist, der großes hat.

Montag, 31. August 2009

montagsdepression.


meine müdigkeit beschreibt eine scheibe käse, die den ganzen tag in der sonne liegt und immer wabbeliger und wabbeliger wird. ich hab nicht einmal lust die großschreibtaste zu drücken. die leertaste ist schon anstrengend genung. und der punkt hier. ein montag der ganz üblen sorte. slow motion in slow motion. morgen kaffee.

Sonntag, 30. August 2009

the stage is yours.

Okay. Wenn Niveau nun keine Hautcreme ist, dann das Wochenmake-up für den Schauspieler, der sich Freitagabends frohlockend das Abschminktuch zur Hand nimmt und die Woche einfach abstreift. Das Pokerface in den Spielkoffer befördert. Das Alltagskostüm ordentlich gebügelt und mit gestärktem Kragen in den Kleiderschrank hängt. Die Verwandlung des Dr. Jeckyll zu Mr. Hyde.
Es muss nicht unbedingt der besoffene Krusty sein.. wobei Krusty die Personifikation der coolen Asiness ist. Man kann auch mit Freunden und Perlenschmuck den guten Freixenet aus teuren Sektgläsern trinken und naserümpfend alles als "unter meinem Niveau" bezeichnen. Hauptsache die Tiefkühlpizza um 1:30am für den Hunger danach ist nicht angebrannt. So schmeckt Niveau!

Zitat für die neue Woche:
Life's but a walking shadow, a poor player, that struts and frets his hour upon the stage, and then is heard no more; it is a tale told by an idiot, full of sound and fury, signifying nothing.

William Shakespeare, Macbeth


Donnerstag, 27. August 2009

ich bin ein autist.



6:30am. "Auf 'ner schönen, grünen Wiese liegt ein großer, grauer Berg..." beginnt es zu dudeln. Ein knartschiges Stöhnen, ein rechter Arm, der wie ferngesteuert nach dem Troubadix greift und Otto mit Benjamin ewig auf ihrer schönen, grünen Wiese liegen lässt. Dann heißt es solange im Bett zu liegen, bis einen das schadenfrohe Gelächter des morgentlichen Alltags aus den Kissen schubst. Resignation der besonderen Sorte. Allein dafür, sollte man jeden Morgen wieder als Held gefeiert werden.


Heldenlaster versinken in der Regel glücklicherweise in der Kaffeetasse.

Mit der Zeit, wenn der Schlaf sich aus den Augen verkrümelt hat und die Stim
me wieder menschlich klingt, freundet man sich dann auch mit dem Tag an und gelangt wieder in das vertraute Beieinanderleben mit dem Alltag. Außerdem ist es schon Donnerstag. Außerdem kenne ich jetzt Anna! Jedenfalls die Musik, die sie macht, oder das, was hinter Anna steckt und Musik macht. "Ich bin ein Autist" hieß der Song, der meine Nackenhaare däncen ließ. Deutscher Abspacksound, der hier und da ein bißchen knarzt und "cool" das Synonym für "sinnfrei" sein lässt. Ein weiteres Goldstück für die Sammlung.

Mittwoch, 26. August 2009

königlich.


mittwochs, wenn zu viele Lehrer in irgendwelche Klassenfahrten flüchten und dadurch genug Stunden ausfallen, um den Wecker am Vorabend nicht stellen zu müssen , ist Königtag. Genau an dem Tag, wo das ewige Einerlei seine Höchstform genießt, zeige ich ihm mit 11 Stunden gesundem Schlaf und dekadentem Frühstück den imaginären Mittelfinger der Glückseligkeit. Aber sowas von.
Zu einem Festmal von Morgenessen aus Eiern mit Speck (das dekadente war der Käse dazu :]) und wundervollem Kaffee lief Emiliana Torini und ließ einen in der Bridge von 'Beggars Praye' vor Rührung, die nicht vom Rührei rührte, ganz verge
ssen zu kauen. Wundervolle Platte für den Morgen, das kann ich euch sagen. Ebenfalls wundervoll war der Blick aus dem Küchenfenster, der sich einem bot und einen sonnig, heißen Tag versprach.

Das Leben ist eben doch ein Ponyhof. Ihr Lutscher.
 

Die gute Sonne schien den ganzen Tag und ich habe keinen einzigen UV-Strahl verpasst. An einem Mittwoch. Nungut, jetzt um 22h lässt es ein Bißchen nach mit der Glückseligkeitt, die Sonne scheint auch nicht mehr und der Wecker ist auch wieder auf 6:30. gestellt. Aber Könige waren ja auch nie Langschläfer.


Dienstag, 25. August 2009

beginner.

dies sind die allerersten worte auf meinem meinem allerersten blog. wie aufregend! ich bin gespannt, wie lange ich mich daran erquicke, meine gedanklichen ausgüsse an mr. general public zu verschlieren und vor allem wie erquickend es für mr. general public ist. ich hoffe wir werden gute freunde.