Mittwoch, 2. September 2009

King Cock

und wieder einemal ziehe ich den Hut der Huldigung vor 1live und seinen Soundstories und nicht zuletzt vor Jörg Buttgereit, der das gute Stück schrieb, indem es auch um ein gutes Stück geht. "Sexmonster" erzählt die total abgedrehte und vor Klischees triefende Story zweier pubertierenden Jungen im Alter von 16 Jahren, die das Reich unterhalb der Gürtellinie, innerhalb des Schlafzimmers und innerhalb anderer Orte für sich entdecken. Mehr oder weniger jedenfalls. Dick, der seinem Namen wirklich gerecht wird, hat einen übernatürlich großen Penis und schläft sich durch die ganze Schule, während Adam (ebenfalls passend benannt!), als schüchterner Sohn eines streng gläubigen Vaters nur weinerlich hinterhertrottet. Als Dick mir nichts dir nichts an einem seltenen Virus verstirbt, packt Adam der Unternehmungsgeist und er lässt sich Dick's.. nun ja dick von dem größenwahnsinnigen Dr. Cockburn transplantieren. Ja, liebe Leute. Eine Penistransplantation. Die OP ist erfolgreich und Adam mutiert zum bösartigen Mädchenabschlepper. Und glaubt bloß nicht, die Freakshow hätte ihren Höhepunkt erreicht! Ooooh nein, denn am Ende ergibt sich die King Kong-Abklatschszene, wie Adam hosenlos mit einer kreischenden Jungfer auf irgendeinem Hochhaus herumturnt. Beim Hören dieser Stelle kam mir zwangsartig "King Cock" in den Sinn. Göttlich.
Und die Moral von der Geschicht? Eier hat man, oder nicht? Geschmacklos. Dennoch erlangen Klischeeliebhaber, die auf das ultimative Egodrama stehen vollste Befriedigung, auch wenn diese Standart-from-zero-to-hero Handlung weniger Standart ist und der hero letztendlich einfach nur schräg ist. Groß ist, der großes hat.

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